Warum gehen nicht alle barfuß? 

Es gibt einige Themen, auf die stoße ich erst seit ein paar Jahren, als wären sie zuvor nicht Teil meiner Weltwahrnehmung und meines Umfeldes gewesen. 

Eines davon ist das Barfußgehen. 

Erst seit 2015 begegnen mir Menschen, die häufig bis konsequent barfüßig unterwegs sind oder bei denen das zumindest ein Gesprächsthema ist. 

Mittlerweile ist es ungefähr ein Jahr her, seitdem ich selbst – nachdem ich zunehmend viele Menschen kennenlernte durfte, die gerne mit ihren Füßen den Boden unter sich fühlen – entschieden habe mir das Barfußgehen zur Gewohnheit zu machen. Erst seit meiner Ankunft auf Gomera vor drei Wochen ist aus gelegentlichen Experimenten tatsächlich eine alltägliche Praxis geworden. Selbst Wege, die ich an meinem ersten Tag nach kurzem Versuchen doch mit Schuhen bestreiten wollte, gehe ich heute barfuß.

Das Barfußgehen erspart mir dadurch unnötige Überlegungen darüber, welche Schuhe ich als nächstes brauche. Es reduziert die Liste der Materialien, von denen ich mich abhängig mache. Es erfordert keine weitere Produktion und damit verbundenen Ressourcenverbrauch. Es ist also nachhaltiger. 

Das Barfußgehen verschafft mir einen weiteren direkten physischen Kontakt, ein intensives Gefühl meinen Körper zu gebrauchen, ihn zu trainieren und zu spüren. Das ist vor allem dann angenehm, wenn man dazu neigt viel im Geiste unterwegs zu sein, und damit seinem Körper wenig Aufmerksamkeit schenkt. Es ist ein schönes Gefühl sich abzuhärten und eine Entwicklung zu beobachten, die zügig geht. 

„Evolutionsbiologisch gesehen ist es so, dass wir unseren Fuß erst seit wenigen Hundert Jahren in Schuhen vergewaltigen“, sagt Engelhardt. Dabei würden die vielen kleinen und großen Fußmuskeln kaum noch trainiert, was zu Fehlstellungen führe. 

Es ist ein Abenteuer über Steine und Stöcke, sowie Flüsse, Holz und Schlamm zu gehen, wenn wir bei jedem Schritt Achtsamkeit und Vorsicht gewähren müssen, um uns heil zu halten. Dieselbe Achtsamkeit veranlasst mich auf meine Fussstellung ebenso wie auf meine Rückenhaltung Acht geben zu können. 

Das Barfußlaufen bringt mir Entschleunigung in meinen Tag, da ich mich tendenziell langsamer bewege und im Geiste nicht weit entfernt bin von dem Weg, den ich grade gehe. Immer wieder kommt eine Stelle, bei der ich reagieren muss. Zumindest in den Gebieten fernab bester Strassenbautechnik, in denen ich mich gerne aufhalte. 

Das Barfußgehen verschafft mir ein Gefühl der Verbundenheit mit meinem Körper ebenso wie mit der Erde, auf der ich mich bewege. Es erdet mich im wahrsten Sinne des Wortes. Es bringt mich auf den Boden der Tatsachen und verschafft mir gleichzeitig ein belebendes Gefühl von Freiheit in jedem meiner Schritte. 

Mittlerweile ist es über ein Jahr her, dass ich mit einer Frau bekannter wurde, die nicht gerne barfuß geht. Scheinbar sind viele der Menschen, die gerne ohne Schuhe gehen, innerhalb meines Resonanzfeldes. Ich bin kein Freund von Schubladen und Kategoriendenken, jedoch von klaren Feststellung. Und eine solche ist, dass Menschen, die barfuß gehen, etwas verstanden haben, wovon ich überzeugt bin. 

Einen Hinweis, den ich mal erhielt, möchte ich nur an diejenigen mitgeben, die daran denken, demnächst draußen barfüßig zu gehen: Vorfussgang 

Damit lässt sich zum Beispiel die Sehnenplatte in der Fußsohle zwischen Vor- und Rückfuß trainieren, die Achillessehne unterstützen oder die Wirbelsäule entlasten. Das verringert die Gefahr von Rückenproblemen.

Genießt und lasst euch Zeit. 
Artikel: Barfußlaufen ist Doping für die Füße von welt.de/Gesundheit

4 Kommentare

  1. Wir sollten uns mal kennenlernen 😃

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  2. Sehr fein, ich bin auch eine leidenschaftliche Barfußgeherin, allerdings nur wenn die Temperaturen es zulassen 😉

    Gefällt 2 Personen

  3. Ich liebe barfuß gehen ebenfalls, aber im Winter ist es bei unserem Klima leider schwer zu machen…
    Als Kompromiss gehe ich, wenn ich schon Schuhe anzieh, nur mehr mit Barfußschuhen!
    Greets cao

    Gefällt 1 Person

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