Ich bin für Gehirnwäsche

Ich stand in der Küche mit Jakob und schilderte ihm ein Telefonat, welches der Ausgangspunkt für Das Pinguin Prinzip wurde. Es ging um meine Unfähigkeit Menschen helfen zu können, die eigentlich wissen, was ihnen gut tut, dennoch andere Gewohnheiten pflegen und sich immer wieder in Verhaltensmuster begeben, die ihnen zu schaden scheinen. Ich weiß aus meiner Erfahrung, dass ich vor allem für die mit starken Zweifeln ein großer Halt sein kann, wenn wir gemeinsam Zeit verbringen. Durch mein Freund sein. 

Aber wie hilft man jemandem dabei, sich für andere Wege zu entscheiden, für radikale und neue Entscheidungen, gegen seine Ängste zu handeln, sich zu vertrauen? Ich kann das nicht, das kann nur die eigene Erfahrung. Den Weg muss wohl jeder selber gehen, sonst wäre es zu einfach und das Schöne nicht mehr so schön. 

Im Zuge dessen kamen wir auf das Thema Umprogrammierung der eigenen Gedanken. Jakob meinte, dass er immer wieder beim Durchlesen irgendwelcher psychischen Krankheiten etwas davon bei sich wiederfindet. Er kennt seinen Drang zum manischen, auch den zum depressiven. Aber schon länger möchte er dadurch nicht mehr sein Leben kontrollieren lassen, es stattdessen selber kontrollieren. Er ist auf Reisen, um dem inneren Wunsch nachzukommen zu lernen, wie er sich verändern und anderen helfen kann. Er entdeckte die Musik für sich und mitunter auch das Meditieren. Vor allem in den Phasen dunkelster Zeiten betont er die Wichtigkeit der Gedankenstille. Dann möchte er innere Ruhe, nutzt die Meditation für sich und entscheidet sich seine Situation objektiv zu betrachten. Dann handelt er nach dem, was er weiß und ist umso dankbarer für alles, was er wahrnehmen kann. 

Wir beide schwören darauf vor einigen Jahren damit begonnen zu haben bewusst unser Gehirn zu waschen. Das geht mit wohltuender Musik, mit Gedankenstille, mit Videos und gezielten Gesprächen. Mit all den Schwingungen, die uns erfüllen. Weil der Mensch nur tut, was er geübt hat, ist es wichtig das ständig und überall zu machen. Und unser Leben hat es langfristig verändert, uns selbst konsequent mit dem zu umgeben, was uns gut tut. Das ist ein Akt aus Selbstliebe. 

Mein Element finde ich in der Gesellschaft von Menschen, die über sich hinaus wachsen möchten. Dort gehe ich hin, weil es mir gut tut. Dann, wenn Menschen sich gegenseitig bereichern, weiß ich wieder, wie sich leben anfühlt. 

Wenn ich mir helfen möchte, dann helfe ich anderen, gebe ihnen, was mir fehlt. Indem ich handel, als hätte ich es, wird es mir gegeben. Weil wir nur geben können, was wir haben und wir nur haben, was wir sind. 

Als ich nach meiner Trennung von Nadine Ruhe und Stabilität brauchte, hat mich Hannes bei sich aufgenommen und ich konnte ihm helfen seinen Alltag geregelt nachzugehen, und sein geregelter Alltag hat sich auf mich übertragen. Dadurch, dass ich verlässlich und bewusst in Anwesenheit seiner Tochter sein musste, wurde ich es und konnte diese Tugend ihm zur Verfügung stellen, um ihn zu entlasten. Ich bin etwas geworden, verlässlich, daraufhin hatte ich etwas, Ruhe und Stabilität, aufgrund dessen ich tun konnte (ihm dabei helfen im Arbeitsstress stabil zu bleiben). 

Als ich ein offenes Ohr für meine dramatische Trennung brauchte, konnte ich Jens ein guter Zuhörer während seines Liebeskummers sein und wir haben uns zusammen aufgefangen. Ich wurde verständnisvoll für seine Situation, wodurch ich meine eigene immer besser verstand. 

Als ich Inspiration, gute Laune und neue Kontakte brauchte, als ich nicht mehr wusste, wie es weitergehen sollte, bin ich zum Utopival, umgeben von einhundert tollen Menschen. Ich entschied mich glücklich zu sein, alles zu genießen und bekam Freude bei allem, was ich tat. Dadurch erhielt ich Freude zurück, viele Komplimente, wundersame Momente und lernte entscheidende Kontakte kennen. Ich bekam alles und noch viel mehr, als ich vorher vermisste. Und nur weil es mir vorher so schlecht ging, wusste ich vom ersten Moment jedes Geschenk zu schätzen. 

Ich gebe das, was ich für mich selbst wähle, einem anderen.
Wenn ich die Wahl treffe, glücklich zu sein, lasse ich einen anderen glücklich sein.
Wenn ich die Wahl treffe, erfolgreich zu sein, lasse ich einen anderen erfolgreich sein.
Wenn ich die Wahl treffe, mehr Liebe in meinem Leben zu haben, lasse ich einen anderen mehr Liebe in seinem Leben haben. Ich handle aufrichtig – nicht, weil ich den persönlichen Gewinn anstrebe, sondern weil ich wirklich will, dass der andere dies hat – und alle Dinge, die ich weggebe, werden mir zukommen.

Jemand sagte mir mal, er habe sich um Weihnachten einsam und alleine gefühlt. Er war dem Suizid nahe, verfiel in eine depressive Stimmung, weil er sich als Verlierer im Leben sah. Zuhause hatte er kein Essen. Dann traf er Heiligabend einen Obdachlosen in der Straße und lud ihn zu sich nach Hause ein. Er wollte ihm ein guter Gastgeber sein und versuchte aus seinen letzten testen noch etwas leckeres zu kochen. Es gelang ihm. Sie hatten einen angenehmen Abend zusammen und sind bis heute Freunde geblieben. Nach diesem ersten Treffen, wurde ihm bewusst, wie viel Essen er doch eigentlich noch zuhause hatte. Wie viel er hatte, um anderen damit eine Freude zu machen. Erst dadurch, dass er es jemand anderem angeboten und gegeben hatte, erinnerte er sich wieder daran, wie viel er doch selbst hatte. 

Mein Akt des Weggebens bewirkt in mir die Erfahrung, dass ich es habe, um es weggeben zu können. Da ich einem anderen nicht etwas geben kann, das ich nicht habe, kommt mein Verstand zu einer neuen Schlussfolgerung, fasst er einen neuen Gedanken – nämlich, dass ich es haben muss, denn sonst könnte ich es nicht weggeben.

Dieser neue Gedanke wird dann meine Erfahrung. Ich fange an, es zu sein. Und wenn ich erst einmal anfange, etwas zu sein, habe ich die machtvollste Erschaffungsmaschinerie des Universums in Gang gesetzt – mein göttliches Selbst.
Was immer ich bin, das erschaffe ich.
Der Kreis schließt sich, und ich werde mehr und mehr davon in meinem Leben erschaffen. Es wird sich in meiner physischen Erfahrungswelt manifestieren.

Wir können uns jedoch nur bewusst für etwas entscheiden, wenn wir das Gegenteil erfahren haben. Aus dieser Energie heraus kann ich heute wieder für andere da sein, indem ich weiter schaue, dass es mir gut geht. 

Ich kann mich im Leben darauf verlassen, zu bekommen, was ich wirklich möchte, wenn ich auf natürliche Weise dem Weg des geringsten Widerstandes folge und zulasse, dass meine Fähigkeit sensibel die Launen anderer zu erfassen mir hilft, wenn ich mich mit Menschen umgebe, die gefestigt, lebensbejahend, integer und authentisch sind. Immer wieder, um dieses Verhalten in mir mehr und mehr zu fördern. 

Ich habe das Gefühl mein Leben so simpel, nicht einfach, aber simpel, beeinflussen zu können, wenn ich nach dem handel, was ich weiß. 

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: