Das Selbst

Ich möchte erneut feststellen, dass deine wirkliche Identität in dieser Welt alles andere ist als das, was dir diesbezüglich beigebracht wurde. 

Beziehung ist dasjenige, ohne das wir nicht wissen können, dass es uns gibt. 

Wir machen es deutlich: wir versetzen und gedanklich mal ohne Erinnerung an das Leben in eine leblose Welt. In diesem Zustand bist du absolut ohne Hinweis auf deine Existenz. Du kannst dich nicht umschauen und dabei andere Körper entdecken und daraus schließen, dass du einen Körper hast, der anderen im Wesentlichen ähnlich ist. Du hast keinen Vergleichswert. Es wird dir niemals einfallen, du seist eine Person oder gar ein Mensch. Vielleicht denkst du du seist ein Stein, weil du einen rumliegen siehst und bemerkst, dass ihr beide ähnlich seid. Ihr seid beide körperlich. Du würdest keine Worte dafür finden, da es niemanden gibt, mit dem du sprechen kannst, wirst du vermutlich auch keine Sprache entwickeln. Beziehung zu anderen ist also etwas, ohne dass wir nicht wissen können, dass wir existieren. 

Da wir in einer Welt von Menschen leben, nehmen wir an, dass wir ähnlich anderen Menschen sind. Wir schauen auf uns, auf unseren eigenen Körper und sehen Arme, Beine, Rumpf, Genitalien und so weiter. Wir kommen zu dem Schluss, dass diese Körperteile, die so nahe bei uns sind, etwas mit dem zu tun haben müssen, was wir sind. Dein Körper ist das „Etwas“, das dem, wo du zu sein glaubst, (räumlich) am nächsten ist; demzufolge glauben die meisten er müsse Sie sein. Das lässt eine Art des Denkens und eine Sprache entstehen, die diese Vorstellung unterstützen, und du wirst dir langsam „sicher“ zu „wissen“, dass du dein Körper bist. Und nicht etwa deine Wahrnehmung oder gar alles, was du wahrnimmst. 

Der Teil deines Körpers, der deiner Meinung nach am meisten du bist, ist dein Gesicht. Witzigerweise genau der Teil deines Körpers, den du nie direkt sehen kannst. Du kannst dessen Spiegelung sehen und andere können dir etwas darüber erzählen, aber du selbst kannst von deinem Gesicht nie mehr als Teile sehen. 

Wenn du in die Welt hinausschaust, siehst du, wer und wo dein Bewusstsein ist. Es ist nicht „hier drin“, es ist „da draußen“, wo du es wahrnimmst. Die meisten verleugnen und streiten ab, „da draußen“ zu sein, was impliziert für „da draußen“ auch in irgendeiner Form Verantwortung zu haben. 

Die Wahrheit ist, dass Alles und Nichts das Gleiche und wir beides sind. Du bist nicht dein Körper, aber er ist in dir enthalten. Du bist alles, was dein Bewusstsein erschafft. 

Da wir nun Alles sind und ohne den Anderen nicht wissen können, dass wir existieren, sind wir irgendwie „jeder“ von uns. Klingt das jetzt zu abstrakt? Ich denke, dass Gott viele individuelle, in sich vollständige Repräsentationen geworden ist. Das ist das metaphysische Modell, das uns in die Lage versetzt, Verantwortung für uns selbst zu übernehmen, was nicht von der Übernahme der Verantwortung für die Welt zu trennen ist. Es hat das Aufgeben dessen zur Folge, was Psychoanalytiker den „primären Narzissmus“ nennen. Nur sehr wenige Menschen geben diesen im Laufe ihres Lebens vollständig auf. 

Der Zweck besteht darin dein eigenes Leben und die Welt funktionieren zu lassen, beides ist nicht voneinander zu trennen. 

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