Das Leben ist ein Traum

Seit ich zurück denken kann, bin ich ein begeisterter Träumer. Sowohl im Wach- als auch im Schlafzustand. Tagträume versüßen mir den Tag und bilden immer wieder gern Inseln in meinem täglichen Erleben. Nachts eröffnen sie mir die größten Abenteuer und Einblicke in mein Unterbewusstsein. Die vergangene Zeit hat mir beigebracht, dass sich beide Zustände weitaus ähnlicher sind, als ich dachte. 

Während wir träumen, scheint, was wir träumen, sehr wirklich zu sein. Oder? Dann wachen wir auf und entdecken: „Oha! Das war ja nur ein Traum.“ Der Traum verfliegt, verschwindet aus unserem Erleben. Was uns bleibt, ist das „wirkliche Leben“. 

Wissenschaftler haben längst nachgewiesen, dass im Traum die gleichen Muster und Wahrnehmungen, dieselben neuronalen Verbindungen aktiv sind, wie im Wachzustand. Das Erfahren des Traums unterscheidet sich in keiner Weise von unseren Erfahrungen im alltäglichen Leben. Es gibt keinen Unterschied zwischen diesen beiden Zuständen, außer dem, den wir selber machen. 

Sehen wir uns jetzt mal das Leben an. Gehen wir davon aus, dass ein Wunder geschieht, und wir könnten von dort aus, wo wir jetzt gerade sind, die uns umgebende Szenerie dreitausend Jahre lang betrachten, ohne zu altern oder gar zu sterben. Was würde um uns herum passieren? Die anderen Menschen würden altern und letztlich verschwinden. Die Gebäude würden Risse bekommen und irgendwann einstürzen oder ersetzt werden. Im Zeitraffer würde es den Eindruck erwecken, dass einfach alles früher oder später vom Wind weggeblasen wird. 

Das Leben ist ein Traum! Nur mit einem geringfügig anderen Zeitmaß als unsere Schlafträume. Das ist die erste Erkenntnis des Träumens. Dahinter verbirgt sich eine Menge Potenzial unser Leben grundlegend anders zu betrachten als bisher, vor allem jegliche Probleme, die plötzlich nichtig werden. 

Für die zweite Erkenntnis oder Einsicht möchte ich ein weiteres Mal in das Reich der Schlafträume zurückkehren. Einige sind womöglich schon mal in den Genuss gekommen, dass euch während eines Traumes bewusst wurde, zu träumen. Dass du, während du träumtest, erkannt hast: „Oha! Das ist ja nur ein Traum.“ Wir bewegen uns hier im Spielfeld der (prä-)luziden Träume. Ein Feld, das zunehmend auch für die Wissenschaft und Angsttherapie interessant wird und trainiert werden kann. Es gibt Menschen mit natürlichen Begabungen fürs Träumen, die spielend den Zugang finden. Was du erleben wirst, ist, dass du im Traum deine Urheberschaft des Traumes erlangt hast und jeden Inhalt in deinem Traum verwirklichen kannst. Alles! Du kannst machen mit wem du möchtest, was du möchtest, wo du möchtest. Es gibt keine Grenzen mehr, sobald du dir bewusst darüber bist, dass du nur träumst. 

Kehren wir jetzt zum „wirklichen Leben“ zurück. Wenn du erleuchtet wirst, gehen wir grundsätzlich davon aus, dass du während des Lebens „aufwachst“ und erkennst, dass du dessen Urheber bist und jeden Inhalt, den zu verwirklichen du wählst, verwirklichst. Manifestierst. Daran ist nichts abstraktes oder esoterisches, denn sobald du bewusst die volle Verantwortung für dein Leben übernimmst, wirst du feststellen, dass dies nunmal die Art ist, wie es funktioniert und schon immer funktioniert hat. 

Aber wie beim Schlaftraum, oder dem luziden Träumen, kannst du so lange nichts verwirklichen, bis du dir, während er andauert, dessen bewusst wirst, dass das Leben ein Traum ist. 

Eines Tages werden wir spätestens im Augenblick des Todes aufwachen, unser Leben nur noch als Erinnerung an die Erinnerung betrachten können, und erkennen, dass alles nur ein Traum gewesen ist. Wir werden möglicherweise Entscheidungen bereuen, nicht verstehen können, warum wir dies oder jenem mehr Bedeutung gegeben haben, als den Dingen, die wir intuitiv wirklich wichtig fanden. Wir werden uns an die einfachen Dinge erinnern, wie Freunde, Freude, Liebe und Gefühle, wenn es um die größten Momente unseres Lebens geht. 

Wir kennen dieses Phänomen bereits jetzt in leichterem Maße. Jeder. Ein langer Tag. Harte Arbeit. Viel Stress. Es werden viele Tage. Vielleicht gar Wochen, in denen es uns nicht gut geht. Oder gar besonders gut. Monate später blicken wir zurück, und was bleibt ist eine trübe Erinnerung an das, was mal gewesen sein muss. Genauso geht es uns, wenn wir uns morgens an den nächtlichen Traum zurück erinnern. Es bleibt nur die Erinnerung an unser Erlebtes. 

Dennoch ist es mir lieber, wenn du jetzt aufwachst, damit du und ich von dem, was du in dieser Welt zu verwirklichen wählst, noch etwas haben. Das Leben ist ein „Spiel“ oder ein „Traum“, in dem du gegenwärtig mitspielst. Solange du lebst, hast du keine andere Wahl als mitzuspielen. Wenn du dies weißt, kannst du verantwortlich spielen. Wenn du möchtest, kannst du Berge versetzen. 

Wenn du meinst, dies sei nun mal das „wirkliche Leben“, außerhalb deiner Kontrolle, dann bist du eigentlich machtlos, was die Verwirklichung deiner Wahrheit anbelangt. 

Wer erkannt hat, dass er selbst nur eine Figur im Traum eines anderen ist, der ist zur Selbsterkenntnis gelangt. 

Wach auf und spiele. 

 

ein Kommentar

  1. Sehr schön ahnl

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