Von Kindern lernen (3)

Kinder geben dem Leben eine Qualität, ohne die das Leben nicht lebenswert wäre.

Ich bin derzeit für einige Wochen zu Besuch bei einer Familie, die ich im vergangenen Jahr bereits auf dem Utopival 2015 kennenlernen durfte. Nun haben sich unsere Wege gekreuzt. Die drei Kinder (8, 12 und 17) sind Freilerner, gehen also nicht zur Schule. (Ein kurzer ARD Einblick) Vor allem bei den beiden jüngeren Mädchen war und bin ich fasziniert von ihrer lebensbejahenden Einstellung, ihrer Energie, ihrem Witz, ihrer Ausgeglichenheit und ihrem Charme. Seit meinem Besuch bei Leila und Finn (beide 4) im Februar habe ich nun wieder die Möglichkeit mich mit Kindern zu umgeben und von Ihnen zu lernen. Ich bemerke abermals, dass ich mich mit ihnen viel schneller gut verstehe, als mit älteren. Die Begegnungen sind einfach authentischer. 

Sie bringen mir und ihren Eltern eine Menge bei, ebenso machen sie eine Menge Scherereien. Seien wir ehrlich, Kinder stellen unsere Überzeugungen in Frage, geben unser Geld aus, verschwenden unsere Zeit und und und… Offensichtlich ist mit Ihnen viel Kummer verbunden und dennoch bekommen Menschen weltweit weiterhin Kinder. 

Kinder bringen uns etwas von dem anderen Universum, nach dem wir genauso hungern wie nach Essen. Sie bringen eine besondere Qualität ins Leben und um davon eine Vorstellung zu bekommen, möchte ich dass wir kurz innehalten und uns einen Moment vorstellen, wie es wäre, wenn es keine Kinder mehr auf dieser Welt gäbe. 

Wenn es plötzlich keine Kinder mehr geben würde, wüssten wir schlagartig den Beitrag, den unsere Kinder zu unserem Leben leisten. Sie sind eine „frische“ Verkörperung des Selbst, gerade erst in eine Form, einen Körper eingebunden. Einer meiner größten Wünsche ist, bevor ich sterbe, noch zu sehen, wie ich mich in meinem Kind wiederspiegel. 

Sie haben noch keine Zeit gehabt, die weltlichen Überzeugungen anzunehmen, die unser Leben so strukturieren und limitieren. Für ein Kind ist nicht nur alles möglich, sondern alles ist auch. 

Aufgrund des Alltagsstresses und ihrer Scherereien machen wir uns oft blind gegenüber dem, was unsere Kinder wirklich sind: eine neue Verkörperung Gottes. 

Gott, die Liebe, das Leben wird niemals zu uns so klar sprechen, wie durch das Lachen oder die Tränen eines Kindes. Ein Kind hat noch keine Zeit gehabt, zu vergessen, wie das Leben direkt erlebt wird. Folglich wissen sie noch einiges, angesichts dessen wir uns manchmal ungeheuer unwissend fühlen werden. 

Mir liegt daran, dass du weißt, was wesentlich und was unwesentlich ist. Kinder sind ein magischer Beitrag zu unserem Leben, das ist wesentlich und dieser Kontext umfasst die Tatsache, dass sie eben auch nerven. Erkenne darum jedes Kind an und lasse es wissen, welchen Beitrag es zu deinem Leben beiträgt. Viele Kinder wissen das schon, aber nicht, dass wir es wissen, und sie wollen wissen, dass wir es wissen. Das macht ihr Leben lebenswert. 

Kinder machen uns zu einer Familie. Ohne sie sind wir bloß Beziehungen. Lass deine Kinder wissen und spüren, dass sie dein Leben lebenswert machen. Dann wirst du ihre magische Qualität ein Leben lang behalten und sie werden dir in späteren Jahren als Freunde erhalten bleiben. Wenn wir das nicht tun, verdunkeln wir ihre Welt, denn vor allem in ihren jungen Jahren nehmen Kinder deine Gedanken, ja sogar die Stimme in deinem Verstand auf. Belaste den Verstand deiner Kinder nicht mit schwerem, beladenem Inhalt. 

ein Kommentar

  1. Achja, manchmal muss auch an solche Sachen erinnert werden. Danke dir. Spannende Sachen hast du auf deinem Blog, ich klick mich mal durch

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