Edda sagt…

Versuche niemanden von was auch immer zu überzeugen. Wenn du etwas nicht weißt, dann versuche, es herauszubekommen. Doch während du etwas tust, sei wie ein ruhig strömender Fluss, und überlasse dich einer höheren Energie. Glaube – das habe ich dir schon immer gesagt. 

Glaube an deine Fähigkeiten. 

Du hast das Wissen, du musst dir dessen nur bewusst sein. Der Geist aller Menschen auf diesem Planeten lässt sich leicht von negativen Gedanken beeinflussen, alle fürchten sich vor Krankheit, einer Invasion, einem Überfall, dem Tod. Versuche Ihnen die verlorene Freude wiederzugeben. Sei deutlich. 

Programmiere dich jede Minute des Tages neu mit Gedanken, die dich wachsen lassen. Wenn du ärgerlich bist und durcheinander, dann versuche, über dich selber zu lachen. Lache laut, lache viel über dich. Über diesen Menschen, der sich sorgt, ängstigt und findet, dass seine Probleme die wichtigsten der Welt sind. Lache über die lächerliche Situation, denn du bist die Verkörperung der Großen Mutter/das Auge durch das die Schöpfung sich selbst sieht oder was auch immer, glaubst aber noch, dass Gott ein Mann ist, der unendlich viele Regeln festsetzt. Im Grunde genommen lassen sich die meisten unserer Probleme genau darauf zurückführen: auf das Befolgen von Regeln. 

Konzentriere dich. 

Wenn du findest, dass du dein Interesse nicht auf etwas fokussieren kannst, dann konzentriere dich auf deine Atmung. Durch deine Nase strömt die Luft, die Energie in dich hinein. Höre auf das Pochen deines Herzens, folge den Gedanken, die du nicht kontrollieren kannst, halte den Wunsch im Zaum, sofort aufzustehen und etwas „Nützliches“ zu machen. Sitze ein paar Minuten am Tag einfach nur da, ohne etwas zu tun. Nutze dies, so gut du kannst. 

Wenn du das Geschirr abwäschst, bete. Danke dafür, dass du Geschirr hast, das du waschen kannst. Es bedeutet, dass auf ihm zuvor etwas zu essen gewesen war, das jemand ernährt hat, dass du liebevoll für einen oder mehrere Menschen gesorgt, gekocht, den Tisch gedeckt hast. Stell dir vor, wie viele Millionen Menschen in diesem Augenblick überhaupt nichts haben, für den sie den Tisch decken könnten. 

Ich würde zu gern zusehen, wenn du unterrichtest, was du gerade lernst: das ist das Ziel des Lebens – die Offenbarung! Du wirst zu einem Kanal, hörst dich selber, bist über dich selber überrascht, über das, was du kannst. Vielleicht hast du es nie begriffen, aber da ist Energie, die durch deinen Körper, deine Augen, deine Hände fließt. Dein Hobby, das was du liebst zu tun, funktioniert nur als ein Ritual. 

Was ist ein Ritual? Es bedeutet, etwas Monotones in etwas zu verwandeln, das anders ist, rhythmisch, die Einheit kanalisieren kann. Daher bestehe ich darauf: 

Sei anders. 

Du kannst es bei den einfachsten Verrichtungen sein, beispielsweise auch, wenn du Geschirr abwäschst. Bewege einfach die Hände so, dass sie niemals eine Geste wiederholen – aber halte einen Takt ein. Wenn du glaubst, dass es hilft, dann stelle dir Blumen, Vögel oder Bäume in einem Wald vor. Stelle dir keine einzelnen Dinge vor, versuche an etwas Kollektives zu denken. Und weißt du, was du dann bemerken wirst? Dass nicht du es bist, der über deine Gedanken entscheidet. 

Ich werde dir ein Beispiel geben: Stelle dir einen Schwarm fliegender Vögel vor. Wie viele Vögel hast du gesehen? Elf? Neunzehn? Fünf? Du hast eine Vorstellung, weißt aber die genaue Anzahl nicht. Nun, woher stammt diese Vorstellung? Jemand hat sie dorthin gesetzt. Jemand, der die genaue Anzahl der Vögel, der Bäume, der Steine, der Blumen kennt. Jemand, der im Bruchteil von Sekunden von dir Besitz ergreift und seine Macht zeigt. 

Du bist, was du zu sein glaubst. 

Wiederhole nicht immer wieder wie jene Menschen, die an das ‚positive Denken‘ glauben, dass du geliebt wirst, stark oder fähig bist. Du brauchst das nicht zu sagen. Du weißt es bereits. Und wenn du zweifelst – und ich denke, das wird in diesem Entwicklungsstadium häufig passieren -, dann tue, was ich dir vorgeschlagen habe. Anstatt den Versuch zu unternehmen, zu beweisen, dass du besser bist, als du denkst, lache einfach. Lache über deine Sorgen, deine Unsicherheit. Betrachte deine Ängste mit Humor. 

Gruppen sind sehr wichtig. Denn sie zwingen uns, an uns selber zu arbeiten. Wenn du allein bist, bleibt dir nichts anderes übrig, als über dich selber zu lachen. Aber wenn du mit anderen zusammen bist, wirst du erst recht lachen und anschließend handeln. Gruppen sind eine Herausforderung. Gruppen erlauben uns, Wesensverwandte zu finden. Gruppen schaffen eine kollektive Energie, in der die Ekstase sehr viel einfacher zu erreichen ist, da sich alle gegenseitig anstecken. 

Selbstverständlich können Gruppen uns auch zerstören. Aber: Es gehört zum Leben, es macht den Menschen aus, mit anderen Menschen zusammen zu sein. Und wenn es jemanden nicht gelingt, seinen Überlebensinstinkt gut auszubilden, dann hat er nicht verstanden, was die Große Mutter sagt. 

Paulo Coelho, Die Hexe von Portobello

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: