Lektionen mit ihr: #5 Körper genießen

In dieser Reihe möchte ich beschreiben, was die Beziehung zu ihr mich über Liebe, das Leben und mich selbst gelehrt hat. Erstmals haben Seele und Körper einer Frau mich im Verbund angezogen. Erstmals habe ich intuitiv Sex als etwas Tieferes verstanden, nicht lediglich als meine Bedürfnisbefriedigung oder ein Akt des nackten Näherkommens. 

Jede ihrer Berührungen war schmeichelhaft. Jede ihrer Bewegungen anmutig, erhaben und wohltuend. 

Die Nacht war unser Element. Selten waren wir uns so nahe, wie zu diesen späten Stunden. Im Dunkeln haben wir uns lieb gewonnen, im Dunkeln haben wir uns überhaupt kennengelernt, im Dunkeln haben wir märchenhafte Stunden am Fluss erlebt, im Dunkeln waren wir am zärtlichsten zueinander, im Dunkeln haben wir uns nicht gestritten, haben wir gemeinsam am Lagerfeuer gesessen und gesungen, haben wir von unseren Träumen erzählt, die Sterne beobachtet, sind dem Mond entgegen gewandert, haben uns wahrhaftig Liebe geschenkt, uns blind vertraut und sind uns selbst dabei treu geblieben, fernab von den Augen anderer. Wir sind miteinander verschmolzen, indem wir Körper und Geist des anderen berührten. Noch nie wurde ich so berührt, nie habe ich so berührt. Innen wie außen. 

Durch bestimmte Atem- und Massagetechniken sowie Yoga-Übungen kann aus der sexuellen eine gemeinsame spirituelle Erfahrung werden. Eine Verschmelzung, die nebenbei noch deutlich umfassender erregend ist als schlichter Sex. 

Und dann sind da ja auch noch all die Zärtlichkeiten, die man miteinander austauschen kann. Gegenseitige Berührungen und Verwöhnungen, die gut tun und heilen. Die Erkundung der Körper, das Ertasten und Fühlen jeder einzelnen Stelle. Die Bewunderung und Verehrung der Seele, mit der man so intim wird. 

Liebt euch. Genießt euch! 

Die Verschmelzung der Körper, der Sex, kann als etwas heiliges gesehen werden. Nicht nur um Nachkommen zu schaffen, nicht nur aus Vergnügen, sondern – oder vor allem – zur Bewusstseinserweiterung. Die Erfahrung des Höhepunkts besteht aus Intensität und Dauer und kann, wenn beides aufrecht erhalten wird, auf das ganze Alltagsleben übergehen. Die eigene Aufmerksamkeit muss nicht begrenzter werden und sich nur auf die Genitalien konzentrieren. Die Erregung kann den ganzen Körper umfassen und schließlich das ganze Sein. Als Mann gilt es dabei die Frau zu verehren, dafür, dass wir in ihr Reich eindringen dürfen. Sie es spüren lassen, was wir bei ihrem Anblick fühlen. Erfüllung. Glück. Befriedigung. 

Es geht um die dreifache Zurückhaltung: die des Atems, des Denkens und des Samens. Das erfordert Vorbereitung. 

Es ist die hohe Kunst der Vereinigung, deren Chance wir so oft verstreichen lassen, weil uns nicht bewusst ist, welch immenses Potential entsteht, wenn zwei Menschen aufeinander treffen. Sex soll das Schönste und Heiligste sein, wozu zwei Menschen miteinander fähig sind. 

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