Lektionen mit ihr: #4 Vergebung und Verständnis

In dieser Reihe möchte ich beschreiben, was die Beziehung zu ihr mich über Liebe, das Leben und mich selbst gelehrt hat.

Jeder macht Fehler doch die Wenigsten lernen. Hören wir auf uns etwas vorzuwerfen, das Leben ist‘s wert. In der dunkelsten Stunde verstehst du sicher was ich mein. Lass es nicht erst soweit kommen, sondern sehe es jetzt ein. Lang genug war unser Ego Nummer eins, es wird Zeit für die zwei, vielleicht erleben wir die drei. Eine gemeinsame Seele, es gibt keinen der perfekt ist. Hoffnungsschimmer am Horizont, Vergebung und Verständnis. (cr7z, Hoffnungsschimmer)

Wenn ich darüber nachdenke, welche drei Verhaltensweisen im Alltag unbedingt zur Gewohnheit werden sollten, um Glück zu erlangen, dann denke ich an Achtsamkeit, Dankbarkeit und Vergebung = Verzeihung. Verständnis. Barmherzigkeit. Aus diesem Baukasten besteht Freude. 

Schuldzuweisungen beim anderen zu suchen verblended die Sicht, macht blind für all die eigenen Fehler. Macht uns unfähig zu reflektieren und zu lernen. Erlaubt uns nicht, uns selbst zu hinterfragen, so unangenehm das auch sein mag. Es geht immer um uns selbst. Nie um den anderen.  Zumal Schuld nicht selten subjektiv ist, die Feststellung lediglich vom Verstand erfolgt, es wieder ein weiterer Trick des Ego’s ist sich zu schützen. Mit dem Finger auf andere zu zeigen. (Genialer Filmtipp dazu: „Revolver“ mit Jason Statham) Wer viel Schuld beim anderen und wenig bei sich sieht, hat wahrscheinlich alles alleine verbockt. 

Wir kommen so nicht weiter, wir drehen uns im Kreis. Schuldzuweisungen und Hass führen zu einer gegenseitigen Kettenreaktion, machen beide letztendlich blind und laden Negatives aufeinander auf. Wer diese Kette unterbrechen möchte, muss vergeben und verstehen. 

Gegenseitiger Schmerz kann aufgelöst und miteinander besprochen werden. Schon als Teenager habe ich Argwohn gerne akribisch zerlegt. Vieles lässt sich erklären, wenn die Chance dazu gegeben wird. Sprache ist zwar ein begrenztes Werkzeug, aber grade dann wenn die eigene Wahrnehmung für Blicke, Gesten und Körpersprache emotional bedingt nicht mehr sensibel ist, können die richtigen Worte helfen Verständnis zu schaffen, die Lage zu erklären und vor allem, einen weiteren (den des anderen) Blickwinkel auf die Sache zu ermöglichen. 

Für mich ist es ganz wichtig mir im menschlichen Miteinander darüber bewusst zu werden, dass jeder seine eigene berechtigte Wahrnehmung / Perspektive hat. Von zehn Menschen, die einer Situation beiwohnen, wird es zehn verschiedene Berichte darüber geben. Mal mehr, mal weniger Unterschiede. Es gibt nun mal keine statische Realität, die nur der begreifen kann, der bei klarem Verstand ist. Alles erlaubt verschiedene Perspektiven und daher ist es umso wichtiger aufeinander zuzugehen, Kompromissbereitschaft und Vertrauen zu leben – bevor die Fronten sich verhärten und wir zu Maschinen mit kaltem Herzen werden. 

Irgendwas läuft im System gewaltig schief, und wir verkalken. Wir versteinern, so sind wir dann wie Maschinen. Tut mir leid, falls ich mit vielem hier nicht so ganz richtig lieg. Dafür bist ja du da; erklär mir, was ich falsch seh´. Natürlich möcht ich auch deine Sicht der Dinge begreifen. Verständnis und Vergebung ist das, was uns fehlt. Weil jeder lieber fest auf seinem selbst gewählten Standpunkt steht. (cr7z, 33 Grad)

Vergebung befreit von der Vergangenheit und setzt sowohl mentale, als auch emotionale Energie frei. Solange wir nicht vergeben haben sitzt ein Teil unserer Lebensenergie in Formen des Leidens fest, die uns Grenzen setzen, langsam und frustriert machen. Wenn wir Vergeben lernen tun wir damit all denen etwas Gutes, mit denen wir in Kontakt kommen. Wir werden klarer und positiver denken und mehr zu geben haben, mehr Freude haben unsere Gaben mit anderen zu teilen. Wir werden auf leichte und angenehme Weise freundlicher, fürsorglicher und großzügiger. Unsere Einstellung gegenüber anderen wird glücklicher und wieder andere werden positiver auf uns reagieren. 

Die Lebensqualität einer unvergebenden Person hängt von der Qualität ihrer Beziehungen ab. Lernen wir hingegen vergeben, verbessern sich alle Beziehungen und Aspekte des Lebens. 

Es ist auch wichtig Vergebung sich selbst gegenüber zu lernen. Indem wir uns weigern uns selbst zu vergeben, verletzen wir uns und andere. Wer sich selbst nicht vergibt, wird sich bestrafen, indem er sich die guten Dinge des Lebens nicht erlaubt. Je mehr wir uns weigern, desto weniger haben wir zu geben. Sobald wir nicht mehr begrenzen, was uns gegeben wird, gibt es auch keine Grenzen mehr für das, was wir geben. Wenn wir lernen zu vergeben wird das Unmögliche ganz einfach zu erreichen. Die Übung des Vergebens stärkt das Gute in uns. Wir werden Kampf und Anstrengung loslassen und Teile unserer Person werden wieder aufblühen können, die auf dem unfruchtbaren Boden ohne Vergebung vorher nicht wachsen konnten. 

Vergebung ist das Einzige was heilt und gemeinsam mit Liebe versöhnt. 

Beziehungen können nur dann für immer halten, wenn wir in Zeiten der Wegwerfgesellschaft den Mut zum Reparieren haben. Im Kleinen wie im Großen. 

#1 Ärgern

#2 Mensch und Person

#3 Liebe dich eben nicht nur selbst

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