Lektionen mit ihr: #3 Liebe dich eben nicht nur selbst

In dieser Reihe möchte ich beschreiben, was die Beziehung zu ihr mich über Liebe, das Leben und mich selbst gelehrt hat.

Meine Mutter schrieb mir auf eine Nachricht, in der ich Liebeskummer erwähnte:

„Manchmal ist es unfair, wie man sich trennt, aber man weiss nicht was kommt. Vielleicht seid ihr in einem Monat wieder zusammen. Egal, wie dein Leben weitergeht, Enttäuschungen in der Liebe und bei Freunden gehören zum Leben.  Vergiss nicht: niemanden darfst du mehr lieben, als dich selbst. Mama“

Ihre Worte haben mir mal wieder zum Nachdenken gegeben. Weil ich weiß, von wem sie kommen. Von einer Frau, die nichts Böses denken kann und harmonieschaffende Gedanken und Taten ihr Wesen prägen. Von einem Menschen, der mit sich und mit allem um sich herum, trotz so viel erlebtem Leid, immer im Einklang war. Die Frau, von der ich als erstes lernen durfte, wie man lebt. 

Dennoch kann ich ihren letzten Satz auch heute noch nicht bedingungslos unterschreiben. Es fühlt sich für mich noch nicht vollständig an, davon überzeugt sein zu wollen, dass die Liebe zu mir selbst immer Vorrang hat. Dass ich mich selbst mehr als jeden anderen lieben soll. Auch wenn mir ihre Intention einleuchtet, mich selbst nicht zu vernachlässigen, authentisch zu bleiben und sich für nichts und niemanden zu verbiegen. Mich selbst zu akzeptieren und zu respektieren. 

In der Liebe kann ich jedoch nicht unterscheiden zwischen Selbstliebe, Tierliebe, Nächstenliebe oder der Liebe zum Leben. Liebe ist alles davon und kann nie nur in einem Teil von uns, in einer Richtung existieren. So wichtig, wie ich mir bin, sind mir meine Liebsten genauso. Mein Leben. Das Leben. Die Welt und alles, was noch größer ist. Jede Beziehung zu einem Menschen, der mir mal lieb war oder ist, ist schützenswert. Für alles bin ich dankbar. 

Wie kann ich mich selbst lieben, aber nicht meinen Hund. Wie kann ich meinen Hund lieben, aber nicht meinen Nächsten. Wie soll ich meinen Nächsten lieben können, wenn ich das Leben nicht liebe. Wie kann ich das Leben lieben, wenn ich mich nicht liebe. Liebe ist gleichzeitig auf allen Ebenen. Fehlt sie in einer, fehlt sie in allen. 

In zukünftigen Beziehungen möchte ich das, was ich liebe, nicht mehr aufgeben, weil der Fokus auf der Versorgung des Partners liegt. Das ist niemandem gegenüber fair. Ein Liebespaar ist ein auch unabhängig voneinander funktionierendes Team, ein Zusammenschluss aus zwei einzelnen erfüllten Wesen. Sobald einer sich unterordnet, stirbt einer. Es stirbt auch dann einer, wenn Stabilität und Verletzlichkeit mehr Wert erhalten, als das die gemeinsame Verbindung oder der Wille danach, dass es einem selbst gut geht. 
Wenn die Beziehung mal nicht fluppt, ob die zu sich oder zu jemand anderem, ist es immer sinnvoller an seinen Stärken zu arbeiten, diese mehr zu leben, als an seinen Schwächen. Sich selbst zu kräftigen, statt Defizite zu bemängeln. 

Denn ich genese schneller, wenn ich meinen Tempel preis. (cr7z, 33 Grad)

Dann verbiegen wir uns nämlich auch nicht (ich rede mir gerne ein, dass ich es ja für die andere Person mache) und bleiben eher so, wie wir auch zueinander gefunden haben. Warum wir uns ineinander verliebt haben. Vielleicht ist es manchmal gut, sich nicht nur daran zu erinnern, wer man gerne (wieder) wäre, sondern es auch (wieder) zu leben. 

Dann geht es uns nämlich gut, dann werden emotionale Schwierigkeiten zu simplen Herausforderungen. Nur wer sich selbst liebt, kann auch andere lieben. Nur wer seine eigene Dunkelheit versteht, kann die der anderen annehmen. 
#1 Ärgern
#2 Mensch und Person

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