Lektionen mit ihr: #1 Ärgern

In dieser Reihe möchte ich beschreiben, was die Beziehung zu ihr mich über Liebe, das Leben und mich selbst gelehrt hat. 

Nun hat mir mal ein weiser Mensch mitgegeben, dass das was uns in anderen ärgert, immer ein Teil von uns selbst ist. Wenn wir nicht auf diesen Spiegel treffen würden, könnte es uns gar nichts anhaben. Wenn ich selber diese Baustelle nicht habe, würde sie mich bei anderen nicht emotional bewegen. Ich schließe daraus fast, dass die Menschen, die sich selten über andere aufregen, wahrscheinlich selbst einen guten Umgang mit ihren Mitmenschen haben. Also im Reinen sind, ausgeglichen. Keine Schwierigkeiten mit Verzeihung und Vergebung haben. 

Andersrum müsste schließlich jemand, der sich ständig über seine Mitmenschen aufregt bzw. diese bei ihm regelmäßig etwas triggern, selbst eine ganze Menge charakterliche Mangel haben. 

Wann auch immer ich im Leben einen Schritt zurück gehe, durchatme, anhalte und mir die gesamte Situation anschaue, scheint diese These zuzutreffen und hilft mir wieder, etwas über mich zu lernen. 

Wenig ärgert mich bei meinen Mitmenschen mittlerweile, das verbuche ich mal als eine positive Entwicklung. Und doch ärgert mich grade in der Liebe noch genauso viel, wie bei meiner letzten Beziehung vor neun Jahren. Kein Wunder, ich habe dazwischen keine Möglichkeit gehabt etwas zu erkennen und zu ändern. Ich gehe mit meinen Liebsten so oft fordernd und ungerecht um, weil ich meine Ansprüche auf alle projiziere, weil ich mich wieder in der Liebe nicht gewürdigt fühle. Wird Zeit, daraus zu lernen. In den Spiegel zu schauen. 

Denn wenn wir immer mit dem Finger auf die anderen zeigen, die ach so gemein zu uns sind, werden wir wohl immer wieder den gleichen anstrengenden Situationen begegnen. Wir sind es, nicht die anderen. 

Wer mehr an sich akzeptieren kann, der kann anderen eher vergeben. Wer seine Schwächen besser zeigen kann, der liebt mehr, der liebt sich mehr. 

Gegen was wir kämpfen, was wir nicht annehmen wollen, wird in uns wachsen, weil jeder Kampf dagegen eine Beschäftigung dafür ist, ohne eine Lösung zu finden, weil jeder Kampf dem Ganzen wieder Kraft gibt, es wieder nährt. Und dann wird es stärker, häufiger in unserem Leben auftauchen, da es stärker in uns wird. 

3 Kommentare

  1. […] auch andere lieben. Nur wer seine eigene Dunkelheit versteht, kann die der anderen annehmen.  #1 Ärgern #2 Mensch und […]

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  2. […] „Wer erkennt, dass er selbst nur eine Figur im Traum eines anderen ist, der ist zur Selbsterkenntnis erlangt.“ (Waking Life) #1: Ärgern […]

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