Was ist ein UtopieFlash?

Vom 19.-30.Mai durfte ich Teil des von Vamos Zirkeldreher organisierten UtopieFlash’s in der Nähe Kölns sein. Über einen Zeitraum von anderthalb Wochen haben uns auf seinem Grundstück ca. 40 wundervolle Menschen teils besucht, bereichert oder gar durch ihr Wesen den Geist des Ortes mitgestaltet.

Vorab, was kann ich mir unter einem UtopieFlash vorstellen: Die utopische Verwandlung eines Ortes.


In tiefer Verbundenheit mit sich und der unmittelbaren Umwelt lebt eine überschaubare Gruppe von Menschen während einer Woche zusammen an einem Ort. Während dieser Zeit verwandelt sie spielerisch Teile dieses Ortes gemäß einer gemeinsam erträumten Vision. Alle Lebewesen und Elemente des Ortes werden in diesen Prozeß einbezogen. Der Funke dieser Verwandlungs-Kunst überträgt sich auf weitere Orte und breitet sich aus. Einem UtopieFlash folgt also der nächste, wobei sich die Gruppenkonstellation stets ändert.

Utopisch schön gestaltet sich der Rahmen, da folgende Leitsäulen angestrebt und von allen gelebt werden: nachhaltig, permakulturell, wertschätzend, achtsam, gemeinschaftlich, kreativ, spirituell, ganzheitlich – in Liebe mit der Natur

Für unsere Zusammenkunft, den Raum der offenen Begegnung den wir kreieren wollten, hatten wir uns oben genannten Zeitraum genommen. Die letzten sechs Tage, als der Zenit erreicht wurde, waren wir stets mit 12-20 Menschen gemeinsam. Nachbarn und Freunde wurden eingeladen, mein Geburtstag gefeiert und es kamen heitere Seelen aus ganz Deutschland, die eigens für uns die lange Reise auf sich nahmen und zumeist doch länger verblieben, als anfänglich angekündigt. Die ersten Tage in kleinerer, geselligerer Runde konnten wir nutzen uns gemächlich in Stimmung zu versetzen und dem Ort buntes Leben einzuhauchen. Zu Beginn stand das Dragon Dreaming an, zur Ausrichtung eines gemeinsamen Ziels. Was für ein Miteinander möchten wir schaffen? Vamos, als Hüter des Ortes, formulierte erste Projektideen.

Im Garten sollten drei Terrassenflächen angeschafft und der Erdkeller ausgegraben werden. Die tristen grauen Rolladen am Haus wollten wir bunt sprayen, ebenso den großen sperrigen Zaun mitsamt Eingangstor. Ein Naturaltar aus Steinen und Holz übernahm die Fläche vor der Garage und ermunterte zum ruhigen ankommen, staunen und fokussieren auf die Umgebung.

Jeder vor Ort war gleichzeitig Lernender und Meister, jeder konnte seine Skills ausleben und so zu einer Win-Win-Win -Situation (du, ich und unsere Umwelt) beitragen.

Es wurde eine Atmosphäre der Verbundenheit und herzlicher Begegnung geschaffen. Verschiedenste Lebensweisen trafen aufeinander, Menschen aus verschiedenen Berufsgruppen, welche ohne Beruf, welche mit Berufungen, diverse politische Einstellungen, Yoga-Lehrer, Goa-DJs, Reisende, Studenten, Selbständige, Paare, psychisch Erkrankte und Künstler – die Grenzen der Trennung wurden bei jedem früher oder später fallen gelassen. Wir haben gemeinsam gekocht, getanzt, geholfen, musiziert, gewandert, gebadet und gelernt. Wir haben getan, ohne zu arbeiten. Wir haben geteilt, ohne abzugeben. Wir haben begrüßt, ohne Distanz und verabschiedet ohne Bedauern. Wir haben eine wundervolle Zeit miteinander erlebt und ein Zusammensein zelebriert, das angesichts des Alltags jedes einzelnen wie eine utopische Insel in unserem Leben wirkte. Eine Zuflucht … Oder nein besser noch, eine Vision für die Zukunft. So oder so ähnlich könnte es sein, wenn Menschen aufeinander treffen. Immer. Überall.

Ernährt haben wir uns ausschließlich über gerettete und geschenkte Lebensmittel (möglichst bio-vegan). Wir hatten alles da und lange nicht mehr so fürstlich gegessen. Bei Wald- und Nachtwanderungen, beim Lebensmittelretten und auf dem Weg zum Fluss haben wir die Umgebung kennengelernt. Wir haben Interessierte aus dem Dorf einbezogen und nur mit dem gelebt, was draußen erreichbar war. Das schließt auch eine Komposttoilette ein, damit all das Gute wieder zurück zum Boden kann. Damit der Kreislauf des Lebensmittelretten auch wirklich geschlossen wird.

Die Mahlzeiten wurden stets gemeinsam eingenommen und vor dem Essen dankten wir Mutter Erde meist meditativ singend für diese Gabe.

Es gab von Geborgenheit getragene Redestab-Runden, in denen abwechselnd einer seine ureigenen Gedanken preisgab. Wir waren jederzeit offen für spielerische Aktivitäten und spürten die spirituelle Dimension im Ganzen.

Wir waren ehrlich zueinander, ohne die unberechtigte Sorge jemandem zu nahe zu treten. Wir konnten unsere eigenen Freiheiten leben und nehmen, ohne die des anderen zu verletzen. Wir wirkten von außen genügsam, aber hatten den größten Spaß am Leben selbst. Wir waren bei uns, und viel näher an jedem anderen als sonst. Wir hatten keinen Alkohol, aber unser Herz und unseren Verstand so kalibriert, dass wir als Gruppe die effektivste Droge waren.

Wir lebten.
(Wünsche für kommende Events wurden zahlreich geäußert. Wahrscheinlich wird Bremen als nächster Austragungsort fungieren.
https://www.facebook.com/events/2246328448841196/?ti=icl
http://utopiflash.jimdo.com/dragon-dreaming/vamos/ )

 

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