Em-pathie = Im Gefühl

Ich kenne das Phänomen aus einer Situation, einem Gespräch betrübt herauszugehen, obwohl ich mich zuvor sehr wohl und ausgeglichen fühlte. Ich stecke nun buchstäblich im Gefühl des anderen. Korrekt ist, dass ich die Person nun wirklich verstehen konnte, nur leider fühlten sich nun beide kraftlos und ich bin nicht mehr im Stande dazu, die Sache objektiv zu sehen oder zu helfen. Kam dies häufig vor, kam ich von einem Energieverlust in den anderen und dass das auf Dauer nichts Positives bedeuten kann, ist mir begreiflich geworden. Ich habe gelernt, meine Sensibilität trotzdem immer als Geschenk zu sehen, denn das ist sie, und lerne mit ihr umzugehen und Gutes zu bewirken.

Abgrenzung um sich selbst vor Mit-Leid zu bewahren ist nicht egoistisch, sondern unabdingbar, um die Menschen unterstützen zu können. Richtet jemand sogar seine negative Energie auf mich, mag es sein, dass ich erkenne, dass die Person ein anderes, tieferliegendes Problem hat, mir fällt es leicht zu verzeihen und ich versuche zu helfen. Allerdings merkte ich, dass das in den meisten Fällen auf diesem Level nicht funktionieren konnte. Da wurde es wichtig für mich zu lernen, mich aus der Situation herauszunehmen und zu realisieren, dass es nicht meine Aufgabe ist, jeden zu seinem Glück zu bringen. Manche Menschen haben sich schlichtweg noch nicht für eine Besserung entschieden und an ihnen verlor  ich oft viel Liebesmüh‘. Jeder Mensch muss alle Schritte selbst gehen, ich kann sie aber begleiten. 🙂

Das tue ich, indem ich an meinem Hara arbeite – ein starkes inneres Kraftzentrum  – entwickle, welches mich stets zentrieren und erden wird. Das Hara befindet sich knapp unter dem Bauchnabel und ich z.B. kann es als eine spiralförmige Drehung spüren, wenn ich meine Aufmerksamkeit nach innen richte. Ich entwickle es spielerisch: Baue Gleichgewichtsübungen in meinen Alltag ein, stehe stets mit beiden Füßen, möglichst barfuß, fest auf dem Boden und fühle mich von der Erde getragen, richte mein Bewusstsein in schwierigen Situationen immer wieder auf mein Zentrum, beobachte, was mich herausbringt und wie ich wieder in meine Mitte finde. Wenn ich das Gefühl negative Energien empfangen zu haben, stelle ich mir vor wie sie mit dem Ausatmen meinen Körper hinab, durch die Füße in die Erde abfließen. Diese Vorstellung rufe ich mir beispielsweise häufig bei Shiatsu-Behandlungen ins Bewusstsein, um mich so selbst zu schützen und ein fremdes Thema nicht zu meinem zu machen. Ich nehme mir gedanklich einen Baum als Vorbild – er erlangt mit seinen starken Wurzeln die nötige Stabilität und behält durch die Biegsamkeit seine Flexibilität, um allen Stürmen trotzen zu können.

Außerdem lerne ich den Fokus meiner Aufmerksamkeit immer bewusst zu wählen, denn dorthin fließt meine Energie. Ich arbeite daran, sie stets auf Positives zu richten. Auch kann ich jeder Zeit kontrollieren, wer meine Energie in welcher Form bekommt und welche ich in mich hinein lasse, indem ich die Verantwortung für mich selbst übernehme.

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