Träume, Astralreisen und Ich

Die letzten Nächte habe ich unglaublich intensiv und lebhaft geträumt. Vielleicht, weil ich derzeit gut zur Ruhe komme, vielleicht macht auch der Beifuss sein übriges…
Vergangene Nacht stand ich in einem von vielen Träumen völlig alleine auf der Erde und beobachtete einen gigantisch wirkenden Planeten unmittelbar neben uns, ein Mehrfaches größer als der Mond. Er war lila, mit einigen wenigen rötlich wirkenden Flecken. Plötzlich raste der Planet von der Erde weg und explodierte! Unvorstellbare Ausmaße, welche die Explosion eines so gewaltigen Planeten annehmen kann! Ich war mir eine Sekunde lang sicher, dass ich sterben müsse; sammelte meine letzten Gedanken, bedankte mich dafür dies alles miterleben zu dürfen und stellte dann fest, dass die Explosion gar nicht meinen Planeten erreichte.
„Puh!“, ich war anscheinend weit genug weg. Aber was ich in diesen wenigen Traumsekunden zuvor an Bildern gesehen und an Gefühlen wahrgenommen hatte (das Bewusstsein, das ein gewaltiger Planet neben dem eigenen ist; die Tatsache, dass dieser sich urspontan bewegt und explodiert; der Anblick der Explosion; die utopisch bunten Energie- und Lichtwellen die daraus entstanden; das Empfinden gleich sterben zu werden…) war der über-shit.

Die Tage nach diesen traumreichen Nächten muss ich immer wieder an meine erste Astralreise denken, die ich lange Zeit für einen luziden Traum hielt, weil es mir an Informationen mangelte das Erlebte in Worte zu fassen.

Ich war bereits über 30h wach, völlig müde, hatte einen Spätdienst, eine erlebnisreiche Nacht und einen darauffolgenden Frühdienst hinter mir. Gegen 15 Uhr legte ich mich ins Bett, ca. drei Stunden später muss ich eingeschlafen sein. Die erste Schlafphase dauerte wiederum drei Stunden und hatte bereits in einer Sequenz präluziden Charakter, als ich eine Begegnung mit einem Menschen so steuerte, wie ich es gerne gehabt hätte.
Ich wachte auf und schlief abermals ein, es folgte ein „Superhelden“-Traum, wie ich ihn bereits seit meiner Kindheit oft habe. Alle Menschen in diesen Träumen haben eine ganz individuelle Fähigkeit. Der Traum begann damit, dass ich mich in einem Garten befand und jemand als Übung diese schweren Kugeln vom Kugelstoßen auf mich warf (anscheinend besonders stark der Kerl). Ich wusste instinktiv, ohne dass dem ein Gespräch vorangegangen war, dass ich die Kugeln mit meiner Gedankenkraft davon abhalten sollte mich zu treffen – ihre Flugbahn manipulieren.
Ein spannender Traum folgte… in der vorletzten Szene beichtete mir meine Frau, nachdem wir mehrere Jahre in einem Bett geschlafen hatten, auf meinen bläulich anschwellenden Oberarm hingewiesen, dass sie bei Körperkontakt anderen je nach Laune Schaden zufügen könne. Ich dachte mir „Alter! Dein ernst?!“ und verließ sofort den Raum. Neben so jemanden kann ich nicht mehr ruhig einschlafen.
Ich befand mich wieder im Garten. Hatte wieder diese Gedankenübung zu absolvieren.
Nur flogen dieses mal deutlich mehr, größere und schwerere Gegenstände auf mich zu. Ich hatte mich richtig hart anzustrengen. Mir gelang es, aber ich spürte wie meine Konzentration unbekannte Maße annahm. Das Bild begann zu vibrieren. Dann schien es ein Erdbeben zu werden. Alles verzerrte sich nach oben und unten, als hielte dir jemand ein Foto vor die Augen und schwenkte es schnell nach oben und unten – den Augen gelingt es kaum noch einen Punkt zu fixieren.
ZACK!
Szenenwechsel. Ich liege in meinem Zimmer. Ich gucke mich um. Alles sieht richtig aus. Ich schaue nach. Die Klamotten liegen dort, wohin ich sie abgelegt hatte. Alle weiteren Gegenstände wirkten stimmig. Ich drehte mich in der Schwebe um 180 Grad und sehe mich selbst unter mir liegen. Ein kurzer Moment des Erschreckens. Überwiegend war aber die Freude, die positive Anspannung dies grade zu erfahren.
„Wie cool, ich sehe mich selbst in meinem Zimmer liegen.“
Ich schwebte durch das Zimmer, schaute mir alles ganz genüsslich an – „tatsächlich, das muss mein Zimmer sein.“
Ich gelange an die oberste Ecke meines Zimmers und betrachte meinen Körper von dort aus einige Zeit.
ZACK!
Ich bin wach. Muss einen Moment zu mir kommen und realisieren, was grade passiert ist. Ich bemerke, dass die Helligkeit im Raum dieselbe ist, wie in der Traumsequenz zuvor. Es wurde bereits langsam Tag, es war nicht mehr wirklich dunkel. Alle Gegenstände lagen am selben Platz, wie im Traum. Oder lagen im Traum, wie nun. Was auch immer.

Der Begriff Astralreisen war mir zuvor bekannt, aber ich hatte noch keine Gelegenheit gefunden bzw. mir dafür genommen herauszufinden, was es ist. Zudem stand luzides Träumen weiter oben in meiner imaginären To-Do-Liste, daher habe ich alles darüber erst im nachhinein erfahren. Typisch an meiner Astralreise (Außerkörperliche Erfahrung) war wohl, dass ich besonders erschöpft zuvor war; dass es der zweite und eben nicht der erste Traum der Nacht war, ich also zuvor bereits einmal wach war; dass alles bebte, bevor der Traum eintrat; dass ich schwebte; dass der Ort existierte; dass man aufwacht, wenn man seinen eigenen Körper anschaut.

Es war wunderbar.

Ich habe die letzten Jahre viele interessante Gespräche führen dürfen, habe viel Interessantes, was zuvor Alternatives für mich war, gelesen. Habe Zugang zu spirituellem Wissen erlangen dürfen und wundervolle Menschen kennengelernt. Und doch habe ich alles, was mir nahegelegt wurde, beschmunzelt, weil ich mir so sicher war, das alles was ich bisher zu wissen geglaubt hatte und womit ich mich identifiziere, wichtiger und unantastbarer sei, als das, was ich nicht verinnerlicht hatte – die Folge dieser subjektiven Prioritätenlegung war, dass ich zu bequem war Neues erstmal neutral aufzunehmen, geschweige denn mich zu verändern.
Mich haben viele Menschen versucht zu motivieren oder was wir alle gar nicht gerne mögen – zu missionieren, in welcher Hinsicht auch immer. Natürlich wusste ich, dass es politisch, wirtschaftlich, menschlich und und und… nicht rund läuft um mich herum. Ein beliebiges Mal die Nachrichten anschalten genügt dafür.
Aber rund genug, damit ich mein Leben ungestört weiter führen kann – dachte ich.

Dann passierten zwei Dinge:
Ich überwand die lebenslange innerliche Hürde „Drogen“ zu konsumieren. Ich probierte Pilze aus und einige Wochen später erfuhr ich am eigenen Leib das Potenzial von Meditation und Astralreisen. Darüber zu lesen und es sich vorzustellen wirkt für mich in der Retrospektive so weit weg von dem, was es eigentlich ist. Die Entscheidung aus einer innerlichen Überzeugung (nämlich, dass Pilze und Meditation mich weiterentwickeln würden) Taten und Gewohnheiten werden zu lassen, war bis heute die weitreichendste in meinem Leben.
Der Moment, in dem Ich eines Morgens nach dem Aufwachen realisiert habe und mir bewusst darüber wurde, wie viel mehr als mein Körper und mein Denken ich sei, hat mein Leben bis heute nachhaltig auf allen Stufen beeinflusst. Meine gesamte Wahrnehmung ist grundlegend verändert. Einfach alles.
Ich wache seitdem morgens auf und sehe die Welt voller Möglichkeiten.

Das hat noch nichts anderes jemals mit meinem sturen Kopf geschafft.

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