Von Kindern lernen II

Wenn wir von gesellschaftlichen, globalen, sowie persönlichen Schwierigkeiten und Hürden sprechen, dann spüre und denke ich immer häufiger:

Was wir brauchen ist nicht Zeit, sondern Liebe. 

Dementsprechend versuche ich mir abzugewöhnen auf einen „richtigen Moment“ zu warten, wann und was auch immer dies sein soll. In meinem Leben hat es sich als wirkungsvoller herausgestellt stattdessen das Positive in mir, dem anderen oder der Sache zu leben (zu denken, zu sagen, zu handeln).
Mich in jedem einzelnen Moment entschieden auf die Seite des Positiven zu stellen.

Lustig, dass ich das wieder lernen muss. Wann habe ich damit aufgehört? Ich bin mir sicher, dass ich es als Kind ähnlich gut konnte, wie Laila und Finn es mir aktuell präsentieren.
Die beiden geben mir, sich selbst und jedem mit dem sie zutun haben unendliche Portionen an Liebe, einfach aus Spaß am Leben. Ohne etwas damit aufwiegen zu wollen.

Jede ihrer gezeigten Emotionen scheint ihre vollkommene Daseinsberechtigung zu haben.
Mich wunderte es, wie authentisch ihr Lachen doch stets wirkt. Keine Spur davon etwas zu schauspielern, sich der Situation anzupassen – nein, die Situation passt sich Ihnen an. Realität ist nicht statisch, sondern wird erschaffen. Was ich mir erst wieder aneignen musste ist für die beiden Zwillinge längst Alltag, verinnerlicht, natürlich und ein Leichtes – gibt es für die beiden etwas einfacheres, als sich die Welt als eine spannende und lustige Spielwiese vorzustellen, in der man gestalten, sich austoben, füreinander da sein und nehmen darf, was man im Moment braucht?
Welche Rückschlüsse kann ich auf mich als „Erwachsenen“ ziehen, wenn ich sehe, wie abstrakt für sie Begriffe wie Sterben, Zukunft oder Zeit sind und wie ausgeprägt ihr Verständnis vom Jetzt ist?

Es ist wichtig unseren Mitmenschen zu sagen und zu zeigen, was in uns vorgeht – für unser Wohlbefinden, unser Seelenheil. Das betrifft jeden Menschen, egal welches Alter. In einer Beziehung sehen wir diesen Part meist im Partner.
Andernfalls drohen wir meiner Meinung nach abzustumpfen, sowohl für andere als vor allem für uns selbst. Wir vergessen, was wir brauchen, was uns gut tut, unsere Wünsche. Die wirklich wichtigen Wünsche, weil sie andere Menschen miteinbeziehen.
Doch dazu gehört stets jemand, der zuhört. Wichtig ist es also auch, dass mit jedem respektvoll und mitfühlend umgegangen wird. Wenn ein Kind sagt, was es bedrückt, dann nehmen die meisten das intuitiv ernst, hören zu und überlegen sich etwas. Wo ist jemand der helfen kann (vielleicht die Eltern)? Wie kann ich sofort helfen? Was ist die Ursache und die Lösung?

Laila und Finn zeigen mir, wie unnatürlich doch alles zu sein scheint, was uns von Aufrichtigkeit, Liebe und damit von einem liebevollen Umgang miteinander abhält. Warum haben wir als Kinder nicht gestutzt? Uns aufgelehnt, als man uns all das beigebracht hat, was uns nicht mehr zueinander ehrlich sein gelassen hat?
Wann haben wir aufgehört jemanden, den wir lieb haben, an die Hand zu nehmen, wenn wir ihm etwas sagen oder zeigen wollen?

Hab von Kindern die Weisheit und von Alten die Milde.
Xavier Naidoo

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